Gruppenfotos aus dem Vereinslazarett

Für verwundete und erkrankte Soldaten wurde im alten Rentamt (Kirchenstraße 6) während des 1. Weltkriegs ein Lazarett mit 22 Betten eingerichtet. Das Mobiliar stellten die Einwohner zur Verfügung. Weitere 15 Betten waren im Distriktskrankenhaus (Kirchenstraße 4) vorbereitet worden. Mitte September 1914 kamen die ersten Verwundeten von Straßburg aus mit drei Schiffen an. Es waren insgesamt 190 Soldaten, die man am Mainufer verpflegte. 33 konnten in Klingenberg untergebracht werden, die andem mußten ihre Schiffsreise fortsetzen. Derartige Schiffstransporte mit Halt in Klingenberg wiederholten sich im Laufe des Krieges noch oft.
Insgesamt fanden 860 Verwundete in Klingenberg Heilung, von Todesfällen ist nichts bekannt. Lediglich ein russischer Kriegsgefangener, der in Trennfurt arbeitete, verstarb im Klingenherger Spital. Wegen seiner orthodoxen Religion versagten ihm die Geistlichen beider Konfessionen die kirchliche Beerdigung. Deshalb übernahm der Bürgermeister die Beisetzung. Er widmete dem unbekannten Russen einen herzlichen Nachrufund sprach für ihn ein Vaterunser. An der Beerdigung nahmen sämtliche russischen Kriegsgefangenen der Umgebung teil. Es sollen mehrere Hundert gewesen sein.Auszug aus der Chronik der Stadt Klingenberg, Band II, Seite 35